Ich wurde im Eiskanal groß

kinderwagenDie Sportlaufbahn von Susi Erdmann beginnt 1977 im Alter von neun Jahren. Im Schulsport werden Talente für das Rodeln gesucht, und nach einigen Eignungstests sitzt die kleine Susi nur wenig später das erste Mal auf einem Schlitten in der Naturbahn von Schierke. Aus der kleinen Susi Erdmann von damals wird eine der erfolgreichsten Sportlerinnen der Welt!

Sportinternat und erste Erfolge

sportinternatSusi Erdmann wird am 29. Januar 1968 im Ostharz in der ehemaligen DDR geboren. In dieser schönen Landschaft hat das Rodeln eine lange Tradition. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Susi schon sehr früh großen Spaß an dieser rasanten Sportart zeigt. Ihre große Begabung fürs Rodeln wird schnell offensichtlich und früh von ihrem ersten Trainer Werner Stollberg erkannt. Mit ihm verfeinert und optimiert sie ihre Koordination, Athletik, Technik und Materialkenntnisse. Nach jahrelangem, kontinuierlichem Training startet Susi Erdmann 1979 erstmals auf einer Kunsteisbahn in Oberhof.

Der Sport wird in der ehemaligen DDR maßgeblich gefördert und genießt einen hohen Stellenwert in der Republik.
Susi Erdmann wird 1981 in die Eliteschule des Sport, die Kinder- und Elitesportschule in Oberhof/Thüringen aufgenommen. Damit beginnt für sie eine Zeit, die von äußerster Disziplin geprägt ist. Der Tag im Internat beginnt um sieben Uhr. Vormittags Unterricht, nachmittags wird trainiert. Es bleibt nur ein kurzer Abend für Hausaufgaben. Lediglich alle vier Wochen dürfen die Schüler nach Hause zu ihren Familien. Susi Erdmann verbringt acht Jahre im Internat und macht dort auch ihr Abitur. Bereits während ihrer Schulzeit nimmt sie regelmäßig an landesweiten Wettkämpfen teil. Ihre hervorragenden Leistungen sichern ihr schließlich den Einstieg in die Junioren -Nationalmannschaft der DDR. Damit ist der Weg für eine internationale Karriere vorgezeichnet.
1985 belegt Susi Erdmann am Königssee in Berchtesgaden auf Anhieb den dritten Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Rodeln.
Es folgt die Silbermedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1986, und 1987 wird sie Vize- Europameisterin der Junioren.
Den Höhepunkt ihrer Sportlaufbahn in der DDR erreicht Susi Erdmann schließlich 1989 in Winterberg mit dem Weltmeistertitel.

Nach der Wende

kurzhaarfriseurZum Zeitpunkt des Mauerfalls nimmt Susi Erdmann gerade an einem Rennen in Westdeutschland teil. Sie ist Sportsoldatin der Nationalen Volksarmee und absolviert zudem ein Fernstudium der Bibliothekswissenschaften an der Universität Leipzig. Mit der Wende wird dieser Fachbereich geschlossen, und auch die Bundeswehr übernimmt die Sportsoldatin Susi Erdmann zunächst nicht. Dennoch bemüht sich die Bundeswehr weiter um eine gute Lösung, und Susi wird 1990 Zivilangestellte der Bundeswehr, und kann in dieser Zeit mit dem BSR Rennsteig Oberhof uneingeschränkt trainieren. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: Susi Erdmann wird 1991 zum zweiten Mal Weltmeisterin.

Die erste Sportsoldatin der Bundeswehr

gruppenbild1992 wird die nunmehr zweifache Weltmeisterin die erste Sportsoldatin der Bundeswehr. Nach der Grundausbildung wird sie in die Sportfördergruppe der Bischofswieser Gebirgsjägerkaserne aufgenommen. Damit wird der Ausnahmesportlerin uneingeschränktes Training garantiert und eine besondere Förderung für Spitzensportler zuteil.
Susi Erdmann holt im gleichen Jahr die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Albertville. Es folgen die Winterspiele in Lillehammer mit ihrem größten Erfolg bei Olympia – sie gewinnt die Silbermedaille! 1997 wird sie zur Berufssoldatin ernannt, bis heute ist sie die einzige Berufssoldatin im Bereich Sport. Im gleichen Jahr sichert sich Susi Erdmann den dritten Weltmeistertitel ihrer Laufbahn.
1998 nimmt sie erneut an den Olympischen Spielen in Nagano teil und fährt auf den vierten Platz. Bei der Weltmeisterschaft im folgenden Jahr wird sie ebenfalls Vierte.
Nach dieser WM entscheidet sich Susi Erdmann für den Wechsel in den Zweierbob,
und stellt sich den neuen Herausforderungen.

Die zweite Sportkarriere im Zweierbob

bobDer Bob ist zu diesem Zeitpunkt eine reine Männerdomäne. 1923 wird in Paris der Weltverband FIBT (Féderation Internationale de Bobsleigh et de Tobogganing) gegründet, bei dem die ausschließlich männlichen Delegierten beschließen, Frauen grundsätzlich von allen Wettkämpfen auszuschließen. Erst im Jahr 1995 hebt die FIBT diese Entscheidung auf und erlaubt nun auch Meisterschaftsrennen für Frauen.
Das IOC entscheidet im Jahr 1999, den Damenbobsport bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City einzuführen.
Diese Entscheidung nutzt Susi Erdmann, um den Damenbobsport maßgeblich mit zu etablieren. Zunächst noch von ihren männlichen Sportkollegen skeptisch beäugt, belehrt sie ihre Kritiker eines Besseren - Vorteil Erdmann! Sie kennt die Eiskanäle weltweit und ist sich sicher, dass die Extreme des Bobsports für eine Frau sehr wohl beherrschbar sind.
Zusätzlich übernimmt Susi Erdmann auch erstmals Managementaufgaben für ihr Team: Sie verhandelt mit Sponsoren und ist für das Team und die Ausstattung verantwortlich. Auch diese Aufgabe meistert sie mit gewohnter Bravour und legt den Grundstein für ihre Spitzenleistung in einer weiteren Sportart.

Der Anfang vom Ende

Die harte Aufbauarbeit, das völlig neue Training anderer Muskelpartien, das technische Wissen um das optimale Tuning des Bobs, und die richtige Auswahl der Kufen führen 2002 zum Ziel. Susi Erdmann wird Gesamt- Weltcupsiegerin! Im selben Jahr gewinnt sie bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille und im Februar 2003 fährt Susi Erdmann den vierten Weltmeistertitel ihrer Karriere nach Hause. Mit ihrer Anschieberin Kristina Bader wird die Ausnahmesportlerin 2004 zum fünften Mal Weltmeisterin, und dies in zwei verschiedenen Sportarten!
Susi Erdmann ist erneut an der Weltspitze. Dank ihrer Leistungen steigt das Niveau des Damenbobsports. Der Kampf wird härter, das Tempo schneller und die Spitze umkämpfter.

Es kommt was kommen muss und der Leistungssport fordert seinen Tribut. Die Bandscheiben sind geschädigt, und ein chirurgischer Eingriff ist im Juni 2005 unumgänglich. Im Oktober, nur drei Monate nach dem Eingriff, startet Susi Erdmann bereits wieder bei einem Rennen. 2006 Jahren kann sie sich erneut für Olympische Spiele qualifizieren und nimmt 2006 an den Spielen in Turin teil. Obwohl sie sich beim Training an der Bändern verletzt, erkämpft sie sich den 5. Platz
2007 beendet Kristina Bader ihre Sportkarriere als Anschieberin und verlässt das Team. Susi Erdmann startet in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz mit einer Ersatz- Anschieberin und belegt in dieser Kombination immerhin den vierten Platz. Dieser Erfolg täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass der Aufbau eines neuen Teams bis zur Weltspitze erneut mit einem hohen Zeit- und Kraftaufwand verbunden sein wird. Susi Erdmann plagt zudem die erhöhte Verletzungsanfälligkeit. 
Nach über dreißig Jahren Leistungsport, beendet Susi Erdmann 2007 mit 39 Jahren als neunfache Weltmeisterin, sechsfache Europameisterin, dreifache Gesamt- Weltcupsiegerin und mit drei Olympischen Medaillen, offiziell ihre Sportkarriere. Eine der erfolgreichsten Sportlerinnen der Welt verabschiedet sich aus dem Wintersport!

Ein Leben nach dem Sport

 „Die unmittelbare Zeit danach war sehr schwer für mich", wird Susi Erdmann später reflektieren. Dreißig Jahre Profisport müssen verarbeitet, neue Lebensziele müssen definiert werden. Sie sucht nach neuen beruflichen Perspektiven und absolviert eine weitere Ausbildung im Personalwesen bei der Bundeswehr. Fortan berät Susi Erdmann Soldaten bei der Planung ihrer Laufbahn. Aktuell wird sie in Kürze als Sportfeldwebel in der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München Trainingslehre unterrichten, und für die Sportkoordination der Soldaten zuständig sein. Ihre Erfahrungen aus der Zeit des Profisports und die damit verbundenen Herausforderungen gibt Susi Erdmann als Gastreferentin bei Seminaren und Veranstaltungen gerne weiter. Zudem ist ihre Expertenmeinung nach wie vor sehr geschätzt, und sie ist ein gern gesehener und regelmäßiger Gast in den Medien. 
Susi Erdmann engagiert sich als Botschafterin für das Bundeswehrsozialwerk, in dem bedürftige Soldaten und deren Familien unterstützt werden. Darüber hinaus engagiert sie sich für die Clean Winners und als begeisterte Golferin für den Eagles Charity Golfclub e.V. , in dem sich prominente Persönlichkeiten mit Freude am Golfsport für Menschen einsetzen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. 
Aus ihrer zweiten Leidenschaft hat Susi Erdmann soeben eine Berufung gemacht: sie wurde zur Botschafterin von caravaning ernannt, und berichtet in dieser Eigenschaft über ihre Reisen mit dem Caravan. Bei allen Reisen mit an Board: ihr Lebenspartner und Kater Lomi.

Back to the future

Ein Leben ohne Sport und ohne das Bobfahren ist für Susi Erdmann noch immer nicht vorstellbar. Sie setzt eine bahnbrechende Idee in die Tat um, und lädt zum Erlebnisfahren im Viererbob ein. Diese spektakulären Fahrten sind Teil der Seminare, die Susi Erdmann an Firmen und Gruppen anbietet. Jeweils von November bis März können Interessierte diesen faszinierenden Sport und die damit verbundenen unvorstellbaren Fliegkräfte mit der mehrfachen Welt- und Europameisterin im Bob persönlich erleben!

 

Biographie

rodel frei big 300

Erfolge

turin medaille frei

Galerie

YouSee

fit star Susi Erdmann 01

Bobevent

4er bob frei1 big 300